Im kanadischen Mietmarkt navigieren: Bürge vs. Mitunterzeichner und erforderliche Mieterdokumente

Das Sichern einer Mietwohnung in Kanada kann äußerst wettbewerbsintensiv sein. Wenn Sie Neuankömmling, Student, selbstständig tätig sind oder gerade dabei sind, Ihre Bonität wieder aufzubauen, werden Vermieter oft verlangen, dass Sie zusätzliche finanzielle Sicherheiten oder eine Reihe spezifischer Hintergrunddokumente vorlegen, um zu beweisen, dass Sie ein Mieter mit geringem Risiko sind.

Zwei Begriffe, die Sie in diesem Prozess häufig hören werden, sind Bürge und Mithaftender. Obwohl viele Menschen diese Begriffe synonym verwenden, haben sie unterschiedliche rechtliche Definitionen. Dieser Leitfaden erläutert die Unterschiede zwischen beiden und enthält anschließend eine vollständige Checkliste der Dokumente, die kanadische Vermieter von Ihnen erwarten.

Teil 1: Bürge vs. Mithaftender – Was ist der Unterschied?

Sowohl ein Bürge als auch ein Mithaftender fungieren als finanzielles Sicherheitsnetz für den Vermieter. Wenn Sie Ihre Miete nicht zahlen können, kann der Vermieter das Geld rechtlich von ihnen einfordern. Allerdings ist ihr alltägliches rechtliches Verhältnis zum Mietvertrag unterschiedlich.

1. Der Mithaftende (Gemeinsame Haftung ab Tag eins)

Ein Mithaftender unterschreibt den Mietvertrag gemeinsam mit Ihnen. Rechtlich gilt er als „Mietpartei“, was bedeutet, dass er von der ersten Miete an eine gleiche finanzielle Verantwortung für die Miete trägt.

  • Wichtiges Merkmal: Der Mithaftende hat technisch gesehen das gesetzliche Recht, die Mietwohnung mit Ihnen zu bewohnen (obwohl dies selten der Fall ist).

  • Auswirkung auf die Bonität: Da er direkt im Mietvertrag aufgeführt ist, kann die Mietverpflichtung in seinem kanadischen Bonitätsbericht erscheinen. Wenn Sie die Miete verspätet zahlen, kann sich dies sofort negativ auf die Bonität Ihres Mithaftenden auswirken.

2. Der Bürge (Der Notfallplan)

Ein Bürge unterschreibt einen separaten „Bürgschaftsvertrag“ statt des Hauptmietvertrags. Er verpflichtet sich, einzuspringen und die Miete zu zahlen, nur wenn Sie vollständig in Zahlungsverzug geraten oder nicht zahlen.

  • Wichtiges Merkmal: Ein Bürge hat absolut kein Recht, in der Wohnung zu wohnen. Er ist rein ein finanzieller Unterstützer.

  • Auswirkung auf die Bonität: Die Rolle als Bürge hat in der Regel keine monatliche Auswirkung auf die Bonität. Das Bonitätsrisiko besteht nur, wenn Sie in Zahlungsverzug geraten, der Vermieter ihn auf die Schulden verklagt und er das Urteil nicht bezahlt.

Zusammenfassung: Vermieter bevorzugen im Allgemeinen einen Mithaftenden, da es einfacher ist, das Geld sofort von ihm einzufordern, wenn eine Zahlung ausbleibt. Unterstützer bevorzugen es im Allgemeinen, als Bürge zu fungieren, da ihre Haftung nur als letztes Mittel aktiviert wird.

Teil 2: Welche Dokumente verlangen kanadische Vermieter?

Wenn Sie eine Wohnung gefunden haben, die Ihnen gefällt, müssen Sie bereit sein, ein umfassendes Bewerbungsformular sofort einzureichen. Auf angespannten Mietmärkten bevorzugen Vermieter den Bewerber, der seine Unterlagen ordnungsgemäß organisiert hat.

Hier ist die standardmäßige Dokumentencheckliste, die von Vermietern und Property-Management-Unternehmen verlangt wird:

1. Nachweis über Einkommen und Beschäftigung

Vermieter nutzen dies, um zu überprüfen, ob Ihr Einkommen die branchenübliche Regel erfüllt: Ihr monatliches Brutto-Haushaltseinkommen sollte mindestens das Dreifache der monatlichen Miete betragen.

  • Arbeitszeugnis: Ein aktuelles Schreiben auf Firmenbriefkopf, das Ihren Jobtitel, Ihr Gehalt, Ihren Beschäftigungsstatus (Vollzeit/Festangestellt) und die Dauer der Beschäftigung angibt.

  • Aktuelle Lohnabrechnungen: In der Regel Ihre zwei oder drei letzten aufeinanderfolgenden Lohnabrechnungen.

  • Steuerdokumente: Ihr neuester T4-Schein oder eine Bestätigung der Steuerbescheinigung (Notice of Assessment, NOA) der kanadischen Steuerbehörde (CRA). Wenn Sie selbstständig sind, müssen Sie die NOAs der letzten zwei Jahre und Dokumente zur Unternehmensregistrierung vorlegen.

2. Überprüfung der Bonität

  • Einwilligung zur Bonitätsprüfung: Die meisten Bewerbungsformulare enthalten eine Klausel, die dem Vermieter die ausdrückliche Erlaubnis erteilt, Ihren Bonitätsbericht bei Equifax Canada oder TransUnion Canada anzufordern.

  • Wonach sie suchen: Vermieter suchen in der Regel nach einer Bonität von 650 oder höher, einer konstanten Historie pünktlicher Zahlungen und keinem Konto, das an Inkassounternehmen abgegeben wurde.

3. Nachweis über Identität und Status

  • Behördlich ausgestellter Lichtbildausweis: Eine Kopie Ihres kanadischen Führerscheins, Ihrer provinziellen Lichtbildkarte oder Ihres Reisepasses (dient ausschließlich zur Überprüfung Ihres gesetzlichen Namens und Geburtsdatums).

  • Nachweis des Status (Für Neuankömmlinge): Eine Kopie Ihres gültigen Arbeitsvisums, Studienvisums oder Ihrer Karte als Daueraufenthalter (Permanent Resident, PR).

4. Referenzen

  • Mietverlauf: Die Kontaktinformationen (Namen und Telefonnummern) Ihrer zwei letzten Vermieter.

  • Berufliche Referenz: Eine Charakterreferenz eines aktuellen Vorgesetzten oder Kollegen, was besonders hilfreich ist, wenn Sie keine umfassende kanadische Mietverlaufshistorie haben.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Kann mein Bürge oder Mithaftender außerhalb Kanadas leben?

Im Allgemeinen nein. Kanadische Vermieter verlangen fast immer, dass Ihr Bürge oder Mithaftender ein kanadischer Staatsbürger oder Daueraufenthalter ist, der in Kanada lebt. Dies liegt daran, dass es für einen Vermieter extrem schwierig und kostspielig ist, einen internationalen Residenten vor einem ausländischen Gerichtssystem rechtlich zu verfolgen, falls Sie in Zahlungsverzug geraten.

Kann ein Vermieter meine Sozialversicherungsnummer (SIN) verlangen?

Ein Vermieter kann rechtlich nach Ihrer SIN fragen, um eine genauere Bonitätsprüfung durchzuführen, aber gemäß den kanadischen Datenschutzgesetzen sind Sie nicht gesetzlich verpflichtet, sie bereitzustellen. Ein Vermieter kann Ihren Bonitätsbericht problemlos nur mit Ihrem vollständigen gesetzlichen Namen, Ihrem Geburtsdatum und Ihrer aktuellen Adresse abrufen.

Ist es legal, wenn ein Vermieter mehrere Monate Miete im Voraus verlangt?

In Provinzen wie Ontario ist es illegal, wenn ein Vermieter verlangt oder mehr als die Miete für den ersten und letzten Monat als Kaution fordert. Wenn jedoch ein Neuankömmling noch keine kanadische Bonität oder Beschäftigung hat, kann der Mieter freiwillig anbieten, mehrere Monate Miete im Voraus zu zahlen, um seine Bewerbung wettbewerbsfähiger zu machen. Vermietern ist es rechtlich erlaubt, dies zu akzeptieren, wenn der Mieter dies freiwillig vorschlägt.

Zusammenfassung: Spickzettel für die Mietbewerbung

Um Ihre Chancen, Ihre Traumwohnung zu bekommen, so hoch wie möglich zu gestalten, sollten Sie diese wichtigsten Punkte im Hinterkopf behalten:

  • Bereiten Sie Ihr Team vor: Wenn Sie wissen, dass Ihr Einkommen oder Ihre Bonität an der Grenze liegt, suchen Sie sich einen in Kanada ansässigen Mithaftenden, bevor Sie mit der Besichtigung von Wohnungen beginnen.

  • Organisieren Sie Ihre Unterlagen: Speichern Sie Ihr Arbeitszeugnis, Ihre Lohnabrechnungen, Ihren Lichtbildausweis und eine Liste Ihrer Referenzen in einem einzigen, einfach teilbaren PDF-Ordner.

  • Handeln Sie schnell: Auf wettbewerbsintensiven Märkten können Wohnungen innerhalb weniger Stunden nach einer Besichtigung vermietet werden. Die Bereitschaft, Ihr abgeschlossenes Dokumentenpaket sofort vorzulegen, ist Ihr größter Wettbewerbsvorteil.